1 00:00:09,880 --> 00:00:16,526 Eine Betriebskostenabrechnung wirkt oft komplizierter, als sie aufgebaut ist. Für jede Kostenposition 2 00:00:16,526 --> 00:00:23,436 brauchen Sie im Kern vier Informationen: Welche Gesamtkosten sind angefallen, nach welchem Maßstab werden 3 00:00:23,436 --> 00:00:30,280 sie verteilt, welcher Anteil entfällt auf Ihre Wohnung und welche Vorauszahlungen wurden berücksichtigt? 4 00:00:30,450 --> 00:00:36,236 Wenn diese Kette nachvollziehbar ist, können Sie anschließend einzelne Kostenarten prüfen. Eine hohe 5 00:00:36,236 --> 00:00:42,253 Nachzahlung allein beweist noch keinen Fehler, und ein Guthaben beweist umgekehrt nicht automatisch eine 6 00:00:42,253 --> 00:00:43,410 richtige Abrechnung. 7 00:00:44,280 --> 00:00:51,020 Bei vereinbarten Betriebskostenvorauszahlungen ist jährlich abzurechnen. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch 8 00:00:51,020 --> 00:00:57,696 muss die Abrechnung dem Mieter grundsätzlich spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des 9 00:00:57,696 --> 00:01:00,200 Abrechnungszeitraums mitgeteilt werden. 10 00:01:00,370 --> 00:01:07,300 Auch Einwendungen des Mieters haben grundsätzlich eine Zwölfmonatsfrist ab Zugang der Abrechnung. 11 00:01:07,300 --> 00:01:14,587 Gesetzliche Ausnahmen können eingreifen. Deshalb sollten Sie Datum und Zeitraum festhalten, statt eine 12 00:01:14,587 --> 00:01:17,730 Frist nur aus dem Rechnungsjahr zu schätzen. 13 00:01:18,600 --> 00:01:24,898 Prüfen Sie anschließend den Verteilungsmaßstab. Wenn nichts anderes vereinbart ist und keine andere 14 00:01:24,898 --> 00:01:31,513 Vorschrift eingreift, werden Betriebskosten grundsätzlich nach dem Wohnflächenanteil verteilt. Erfasster 15 00:01:31,513 --> 00:01:36,920 Verbrauch oder erfasste Verursachung muss dagegen entsprechend berücksichtigt werden. 16 00:01:37,090 --> 00:01:42,637 Bei vermietetem Wohnungseigentum enthält das Gesetz eine zusätzliche Regel zum Verteilungsmaßstab. Heiz- 17 00:01:42,637 --> 00:01:48,237 und Warmwasserkosten können außerdem eigenen zwingenden Vorgaben folgen und werden in einer eigenen Folge 18 00:01:48,237 --> 00:01:48,770 behandelt. 19 00:01:49,640 --> 00:01:56,975 Unterstellen wir für ein reines Rechenbeispiel, dass dreißigtausend Euro umlagefähige Kosten vollständig 20 00:01:56,975 --> 00:02:04,239 nach Fläche verteilt werden. Die maßgebliche Gesamtfläche beträgt eintausend Quadratmeter, Ihre Wohnung 21 00:02:04,239 --> 00:02:05,720 achtzig Quadratmeter. 22 00:02:05,890 --> 00:02:10,936 Achtzig von eintausend Quadratmetern sind acht Prozent. Im Modell entfallen deshalb 23 00:02:10,936 --> 00:02:16,652 zweitausendvierhundert Euro auf die Wohnung. Bei zweitausendeinhundertsechzig Euro geleisteten 24 00:02:16,652 --> 00:02:21,090 Vorauszahlungen ergibt sich eine Nachzahlung von zweihundertvierzig Euro. 25 00:02:21,960 --> 00:02:28,584 Prüfen Sie nicht nur die Rechnung, sondern auch die Kostenart. Die Betriebskostenverordnung grenzt 26 00:02:28,584 --> 00:02:34,600 Betriebskosten von Verwaltungskosten sowie Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten ab. 27 00:02:34,770 --> 00:02:41,407 Eine Position wird also nicht allein dadurch umlagefähig, dass sie tatsächlich bezahlt wurde. Ob der 28 00:02:41,407 --> 00:02:47,911 Mieter eine Betriebskostenart tragen muss, hängt zusätzlich von der wirksamen Vereinbarung und den 29 00:02:47,911 --> 00:02:49,570 gesetzlichen Vorgaben ab. 30 00:02:50,440 --> 00:02:56,191 Der Vermieter muss dem Mieter auf Verlangen Einsicht in die der Abrechnung zugrunde liegenden Belege 31 00:02:56,191 --> 00:03:01,080 gewähren und darf sie nach aktueller Gesetzesfassung auch elektronisch bereitstellen. 32 00:03:01,250 --> 00:03:08,606 Markieren Sie deshalb nicht pauschal die ganze Abrechnung als falsch. Notieren Sie konkret, welche Zahl, 33 00:03:08,606 --> 00:03:15,891 Kostenart oder Verteilung Sie nicht nachvollziehen können. So wird aus einem unübersichtlichen Dokument 34 00:03:15,891 --> 00:03:17,730 eine prüfbare Rechenkette.